Das Monatsprojekt

Mit Beginn den Jahres 2020 wird das ursprünglich vom Ausschuss für Mission, Entwicklung und Frieden an der Antoniuskirche (Eine-Welt-Ausschuss) initiierte monatliche Projekt, für das in dem jeweiligen Zeitraum Spenden gesammelt werden, auf die Pfarrei Sankt Nikolaus ausgeweitet. Der jeweilige Spendensonntag wird im SonntagsInfo bekannt gegeben.

Auf dieser Seite werden die aktuellen Monatsprojekte ausführlich vorgestellt.

Monatsprojekt Januar: Straßenkinder in Nova Iguaçu (Brasilien)

Seit vielen Jahren schon unterstützen wir in Wesel die Arbeit der Brasilieninitiative AVICRES, die der Paderborner Hochschullehrer Johannes Niggemeier 1991 in Nova Iguaçu gegründet hat. Er arbeitet in den Favelas der Millionenstadt Nova Iguaçu in Blickweite von Rio de Janeiro. Neben vielen anderen Schwerpunkten steht die Arbeit an der Straßenkinderproblematik im Vordergrund. Johannes Niggemeier hat in zahlreichen Besuchen und Briefen von der Arbeit vor Ort berichtet. Die Spenden aus unserem Monatsprojekt im Januar sollen seine Arbeit unterstützen, Spenden, die immer noch – trotz 28 Jahre Unterstützung - so dringend für die Projekte in den Favelas gebraucht werden. Eine deutsche Praktikantin berichtet aus ihrer Arbeit im Mädchenheim „Casa da Esperança":

Für mich ist es eine große Herausforderung, das Vertrauen der Mädchen zu gewinnen. Viele sind zunächst verschlossen oder skeptisch, reden wenig oder stellen sich bewusst gegen mich. Umso schöner ist es jedoch zu sehen, dass sich die Aufmerksamkeit und die Bemühungen meinerseits immer wieder bezahlt machen. Sei es in kleinen Gesten der Zuneigung, einer plötzlichen Umarmung oder eines unerwarteten Gesprächs, es gibt immer wieder vertraute Momente.

In jenen Augenblicken wird mir deutlich, dass es diese Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit ist, dieses Ernstgenommen- und Respektiertwerden, was die Mädchen brauchen, um ihren eigenen Ängsten und Zweifeln entkommen und einfach „normal jugendlich" sein zu können.

Es hat mich vor allem zu Anfang häufig sehr traurig gemacht zu sehen, wie sehr diesen Kindern eine feste Mutter‐ und auch Vaterfigur fehlt. Umso wichtiger erscheint die Arbeit der AVICRES und speziell die der Erzieherinnen im „Casa da Esperança". An ihnen liegt es, den jungen Mädchen jene festen Strukturen anzubieten, die alle Kinder dort so sehr brauchen:

Von geregelten Aufsteh‐, Essens- und Hausarbeitszeiten bis hin zu Verhaltensregeln wird alles dafür getan, diesen Kindern ein möglichst „normales" und familiäres Leben zu ermöglichen. Auf jenen Zielen und Bemühungen beruht auch der Wille nach einer starken Nachhaltigkeit. Die Arbeit soll nicht nur für jene Kinder stabil bleiben, die eine lange Zeit dort wohnen. Das „Casa da Esperança" soll auch in Zukunft als Institution mit starken Wertvorstellungen für jene Kinder eintreten, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihrer Familie leben können. Der Wunsch dabei ist immer, dass die Kinder möglichst viel von dem Gelernten mit in ihr Leben nach dem Heim nehmen und jene Werte wie Respekt, Liebe, Selbstständigkeit, Unabhängigkeit und Selbstbewusstsein weiterführen und vielleicht an eine eigene Familie weitergeben können.

Inwiefern dieser Aspekt der Nachhaltigkeit auf eine starke Probe gestellt werden kann, wurde vor einiger Zeit durch ein trauriges Beispiel aus der Realität demonstriert. Ein anderes Heim einer anderen Institution wurde von heute auf morgen durch richterlichen Beschluss geschlossen, da unter anderem staatliche Gelder durch Mitarbeiter veruntreut wurden. Da kein anderes Heim zur Verfügung stand, wohnten ohne Vorbereitung auf einmal zehn Kinder mehr im „Casa da Esperança".

Auf zwei Weisen hat mich dieses Ereignis sehr traurig und wütend gemacht. Es war schockierend zu sehen, wie Kinder aufgrund von Habgier anderer Personen plötzlich ihr Zuhause verlassen müssen, ohne dass sicher ist, wo, mit wem und wie sie in Zukunft leben werden. Jene kriminellen Mitarbeiter des Heims haben äußerst negative Auswirkungen auf die Kinder bewusst in Kauf genommen. Zum anderen wurde mir ganz deutlich klar, inwiefern die Arbeit der AVICRES und speziell das „Casa da Esperança" von äußeren Umständen, politischen Entscheidungen und individuellen Handlungen abhängt. Es scheint mir, als könne die Arbeit vieler Jahre durch eine Entscheidung von außen zunichte gemacht werden und dass demnach die Nachhaltigkeit zwar unendlich wichtig, jedoch auch erschreckend abhängig ist. Auf der anderen Seite war es jedoch auch toll zu sehen, wie sich jeder im „Casa da Esperança" mit allen Mitteln bemüht, auch diese Herausforderung zu meistern und allen Kindern ein schönes Leben zu ermöglichen. Auch wenn das Heim mit 27 Personen nun überbelegt ist und die neue Situation viele Schwierigkeiten und Unsicherheiten mit sich bringt, irgendwie wird auch dies möglich gemacht. Vielleicht waren es genau diese vielen Jahre der Arbeit, des Lernens, der Bemühungen, die sich nun in dieser schwierigen Situation bezahlt machen.....

Die Spenden aus unserem Monatsprojekt Januar gehen ohne Abzüge über die deutsche AVICRES direkt in die Projekte in Nova Iguaçu.

Weitere Informationen unter „www.avicres.de",  W. Albers, MEF

Die Kollekten am 25. / 26. Januar 2020 sind für das Monatsprojekt bestimmt.

Die Projektbeschreibung zum download finden Sie hier.

Pfarrbüro Sankt Nikolaus

Katholische Kirchengemeinde Sankt Nikolaus
Martinistraße 10a
46483 Wesel

Tel. 0281 300 2669 111
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Di.  15.00 - 18.00 Uhr
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Büroleitung: Sigrid Hochstrat

Veröffentlichungen: 
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Tel: 0281 300 2669 117
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